Goris:…und plötzlich waren überall Gräber

Wir wollten in den Süden. Und zwar ganz nach unten, da wo Armenien immer schmaler wird bis es irgendwann nicht mehr Armenien, sondern Iran ist. Also beschlossen wir, nach Goris zu fahren.

Erstmal runterkommen: Wir lehnen uns in die Südkurve

Da wir die einzige Marschrutka, die einmal am Tag von Jerewan in den Süden fährt, natürlich verpasst hatten und uns eh geraten wurde, ein Sammeltaxi zu nehmen, nahmen wir selbiges. Nachdem wir ein bisschen gefeilscht hatten, fuhren wir sogar günstiger als die andern Passagiere. Von nun an ging es sechs Stunden durch die trockenene Gebirgsketten Armeniens, mit einem kurzen Stopp in Aararat (der Fahrer wollte irgendwas von seinem Bruder abholen) und einem weiteren kurzen Stopp irgendwo in der Pampa zum Obst- und Gemüsekaufen.

Goris, das Dorf mit den Schweizer-Käse Bergen

Nachdem wir unsere Sachen in einer süßen, kleinen Unterkunft abgelegt hatten, wollten wir ersteinmal unseren Hunger stillen. Wir fanden schnell einen kleinen Imbiss (der leider nicht so lecker war) und zogen auch leider sehr schnell die Aufmerksamkeit auf uns (nicht schwer in so einem kleinen Ort). So kam es mal wieder, dass wir, nachdem wir aufbrachen um die Umgebung zu erkunden, von einer Gruppe Halbstarker verfolgt wurden. Leute, es war wirklich wie in einem Cartoon, wir haben das getestet – wenn wir stehen geblieben sind, sind sie auch stehen geblieben, wenn wir zwei Schritte gegangen sind, sind sie auch zwei Schritte gegangen usw.

Wir wanderten also etwas in die Hügellandschaft hinein, die Goris umgibt, mit unserem Fanclub im Schlepptau (die den Maulbeerbaum ganz besonders interessant fanden, als wir uns dazu entschlossen, zehn Minuten zu pausieren). Aber weiter im Text. Goris ist umgeben von verrückt aussehenden, spitzen Hügeln in denen ganz viele Löcher und Höhlen sind:

Auf einmal waren überall Gräber

Als wir auf dem höchsten Punkt des kleinen Wanderpfades ankamen, erschraken wir. Zu unseren Füßen sammelten sich hunderte von Grabsteinen,verstreut über den kompletten Hang. Das ganze Tal war ein Friedhof! Unsere Verfolger hatten uns inzwischen eingeholt und angesprochen. Wir fragen sie, was sie wollen. Sie antworten: Die Stadt zeigen. Na das ist ja mal eine kreative Antwort. Schnarch. Sie fingen an zu nerven, bewegten sich, wenn wir gingen und blieben stehen, wenn wir auch stehen blieben. Es war echt anstrengend, und dann auch noch die ganzen Toten unter unseren Füßen!

Als wir wieder lebendigen Boden unter den Füßen hatten, schafften wir es, unsere Beggleiter so zu langweilen, dass sie schließlich abdampften.

Habt ihr euch eigentlich gefragt, was in den ganzen Höhlen drin ist? Nunja, wir haben es uns die ganze Zeit gefragt – und schließlich herausgefunden. Aber lest selbst!

Und falls ihr euch nicht gefragt habt, was in den Höhlen drin ist – lest es trotzdem 😉

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2 Gedanken zu “Goris:…und plötzlich waren überall Gräber

  1. Pingback: Kindsköpfe | Sarah Kolumna

  2. Pingback: Nachts ohne Plan durch Jerewan | Sarah Kolumna

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