Seoraksan Nationalpark: Mit Shopping Bag zum Gipfel

Der Seoraksan Nationalpark ist echt dufte – es lohnt sich, mal vorbeizuschauen. Einige tun das in Hightech-Wanderausrüstung, ich geh lieber mit meinem Shopping Bag.

Seoraksan Nationalpark Südkorea

Seoraksan Nationalpark Südkorea

Sokcho – ein kleines Nest an der Ostküste Südkoreas

Wir reisten von Seoul nach Sokcho. Was hier auf dem Foto dekadent nach einem Sushi im Bus aussieht, das ist es auch. Nur wird dieses zerschnittene Röllchen in Korea nicht Sushi geneannt sondern Kimbap – und kostet auch mega wenig, meist um die 2.500 Won (knapp unter 2 Euro).

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In Korea sagt man, die Einwohner Sokchos sein die glücklichsten in ganz Südkorea. Denn eigentlich sollte Sokcho nach der Teilung durch den 38 Breitengrad noch zu Nordkorea gehören – tut es aber nicht. Naja, wäre Grund genug, um glücklich zu sein. Ich malte mir Sokcho als kleines, malerisches Fischerdorf mit vielen glücklichen Menschen aus.

Ähm..ja.

Es war klar, dass dies nicht eintreten sollte. Schon als wir in die Stadt hineinfuhren, wurden wir von der wunderschönen koreanischen Bauweise empfangen. Koreaner können ja echt viel – aber geschmackvolle Häuser bauen, das können sie wirklich nicht.

Ein Rundgang durch Sokcho

Also wer Fisch und Meeresfrüchte mag, ist in Korea gut aufgehoben. Am Straßenrand gibt es unzählige Becken mit Meerestieren, die schließlich verzehrt werden. Da kann einem manchmal echt schlecht werden.

Der Markt in Sokcho ist ein guter Anlaufpunkt, um gut und günstig zu speisen.

I’m Blue dabimdi dambimdaaa

Wir hatten uns mal wieder einmal nicht vorher um eine Unterkunft gekümmert. Vielleicht auch deswegen, weil schon alles ausgebucht war. Anschließend prokrastinierten wir und ignorierten alles, was mit Unterkünften in Sokcho zu tun hatte. Wir fuhren also zu irgendeinem Hostel: James Blue war der Name und wir wurden empfangen mit: Wie viele seid ihr?

Wir hatten Glück: Eine Viertelstunde vorher hatten zwei Leute ihre Betten gecancelt. Sonst war alles voll. In der gesamten Stadt.

Wir teilten unser Zimmer mit zwei Koreanerinnen. Eigentlich waren im gesamten Hostel nur Koreaner. Eigentlich waren in der ganzen Stadt nur Koreaner (Krass in Korea, oder?). Denn viele Koreaner fahren übers Wochenende an die Küste und in den Seoraksan Nationalpark.

Seoraksan – kein Dinosaurier, sondern der schönste Nationalpark Südkoreas

Am nächsten Tag ging es los. Mit den Bussen 7 oder 7-1 gelangt ihr direkt an den Eingang des Nationalparks. In Sokcho halten die Busse direkt am Markt.

Im Seoraksan Nationalpark hat man die Möglichkeit verschiedene Wamderrouten zu wählen. Es gibt eine ganz lange, die den ganzen Tag dauert. Wir wählten die, für die normale Menschen drei Stunden brauchen, und wir den ganzen Tag. Aber ich kann euch den Hike zum Ulsanbawi Rock sehr empfehlen. Dieser lässt sich gut mit einem Ausflug zu den Biryong Falls kombinieren (ca. zwei Stunden Roundtrip).

Wandern in Südkorea – Treppen, Treppen, Treppen

In Südkorea ist immer alles ordentlich und organisiert – das deutschere Deutschland sozusagen. Daher verabschiedet euch von der traditionellen Vorstellung einer Wanderung, denn in Korea heißt wandern vor allem eines: Viele gut ausgebaute Treppen emporsteigen. Man lässt die Wanderer über nett aneinandergereihte Steine und Holztreppen den Gipfel erklimmen – auch mal ganz angenehm.

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„Nur die letzten 15 MInuten sind schlimm, wenn die Treppen kommen“

Also ich weiß ja nicht, wer da auf 15 Minuten kommt. Am Anfang ging es noch, wir stiegen gemütlich den Berg hinauf, passierten einen Fluss und zwei buddhistische Tempel. Um uns herum tausend Koreaner in bunten Profi-Wanderklamotten, bevorzugt in Neon-Gelb und Pink und Wanderstöcken. Dagegen sahen wir eher aus, als wollten wir durch die Stadt bummeln.

Kurz vor dem zweiten buddhistischen Tempel dachten wir, dass wir die 15 Minuten Horror-Treppen schon passiert hätten und lachten uns ins Fäustchen. Warum die denn alle so Wandersachen anhätten. War ja gar nicht schlimm. Voll übertrieben und so. Alles Easy.

Oh, es geht ja noch weiter.

Wir stiegen weitere Millionen Treppenstufen hinauf, bis wir eine Aussichtsplattform erreichten. Das war der Moment, in dem wir merkten, dass die 15 Minuten-Horror-Treppen noch gar nicht begonnen hatten. Und wir waren jetzt schon fix und fertig.

Also eins kann ich euch sagen, 15 Minuten haben wir für diese Treppen nicht gebraucht. Ich weiß gar nicht, wie wir das überhaupt geschafft haben. Wir haben uns immer gegenseitig motiviert, insbesondere damit, dass der Seorksan Nationalpark ja auch irgendwann schließt.

Aber die Aussicht war es auf jeden Fall wert!

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Der Abstieg fiel umso leichter – übermotiviert sprinteten wir geradezu die Treppen hinunter, bis ich mich wie gewohnt auf die Schnauze legte und mein Knie aufriss 😉 Irgendwas ist immer. Wir überholten Wanderer, die uns fragten, ob wir es bis ganz nach oben geschafft hätten und der Blick blieb an meinem riesigen Shopping Bag hängen.

Ja, liebe Wanderer in pink-neon-gelb mit Regenjacke und Wanderstöcken – wir haben es geschafft!

 

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